Nachhaltiges Tempo
(früher: 40-Stunden-Woche)

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Es geht bei diesem Thema nicht um eine Gewerkschaftsforderung aus den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts!

Das Problem

Wenn man paarweise programmiert, so wird die Arbeitsintensität sehr viel stärker, da man als einer der Partner im Programmierpaar sich nicht einfach ausklinken kann. Einen Durchhänger kann man sich nicht erlauben, wenn man Respekt vor der Zeit des Partners hat.

In traditionellen Prozessen ist es normal / üblich, daß weit über 40 Stunden in der Woche gearbeitet werden. Das Ergebnis sind neben einer erhöhten Scheidungsrate auch die Fehlerquote steigt, die Arbeitsleistung pro (abgessener) Stunde sinkt, die Motivation der Mitarbeiter reduziert sich und anderes.

Die XP Antwort

Um diesem Problem zu begegnen, wird bei XP die 40-Stunden-Woche als eine der 12 Arbeitsmethoden eingeführt. Das hört sich zunächst fantastisch an, aber zum einem darf man das nicht religiös sehen, und außerdem wird durch die anderen XP-Arbeitsmethoden, insbesondere paarweises Programmieren, die Produktivität automatisch erhöht (Das behaupte ich so. Es gibt aber nach meinem Kenntnisstand keine wissenschaftlichen Zahlen).

Es spielt also keine Rolle, ob es nun 40, 38 oder 42 Stunden sind. Es ist auch nicht schlimm, wenn einmal in einer Woche noch am Samstag eine Schicht eingelegt wird. Entscheidend ist, daß die Beschränkung auf eine durchschnittliche Wochenstundenzahl ein Schutzmechanismus sowohl für das Team wie auch für den einzelnen Programmierer ist.

Das Team wird davor geschützt, daß sich durch mangelnde Konzentration die Fehlerrate erhöht.

Der Programmierer wird davor geschützt, daß er sich durch zu hohe Arbeitsbelastung kaputt macht. Die durchschnittliche Arbeitsleistung sinkt dadurch.

Kleine Pausen

Ein weiterer Aspekt, der bei der Gestaltung der Arbeitszeit zu beachten ist, sind die Pausen. Nach jeder abgeschlossenen Aufgabe (Task) sollte eine kurze Pause eingelegt werden, z.B. 15 Minuten. Dauert eine Task länger als beispielsweise 2 Stunden, so sollten auch noch Pausen dazwischen vorgesehen werden.

Die kleinen Pausen können zum Beispiel in der Kaffeeecke zugebracht werden. Auf diese Weise kann gleich reflektiert werden, was gut gelaufen ist, was nicht so gut gelaufen ist, und was die nächsten Schritte sein könnten. Zusätzlich gewinnt man nicht nur im eigentlichen sondern auch im übertragenen Sinne Abstand.

Tipps

  • Wenn Programmierer bereits die zweite Woche Überstunden machen, ist etwas strukturell falsch.
  • Die Arbeitszeit so gestalten, daß regelmäßig kleine Pausen entstehen, z.B. durch Partnerwechsel oder das tägliche Standup-Meeting.

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Letzte Änderung dieser Seite: Montag, 14. Januar 2002